Kartenreservierungen

Per Mail:
This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

oder telefonisch:
+49 351 / 314 14 265

Tickets für alle Veranstaltungen: 9,-  Euro / ermäßigt 7,- Euro *

* für Schüler, Studenten, Empfänger-ALGII, Bundesfreiwilligendienst, FJ, FÖJ, Dresden-Pass, Menschen mit mind. 50%-Behinderung

Ist die Welt wirklich das, was ich auf meinem Bildschirm sehe? Von den Freuden der Virtualität

Vortrag

Fr., 7. Juni 2019, 20 Uhr

Dr. Thomas Regehly, Offenbach a.M., Philosoph

„Die Welt ist meine Vorstellung“, heißt es gleich zu Beginn des 1. Buches von „Die Welt als Wille und Vorstellung“.

Jeder macht sich seine Vorstellungen von der Welt, die „so schön bunt“ ist. Zum einen ist diese Vorstellungswelt die Welt der Logik und der Wissenschaften, zum anderen besteht sie aus Phantasmen und Illusionen. Deshalb heißt das Motto des 1. Buches: „Sors de l´enfance, ami, reveille-toi!“ (Erwache, Freund, aus der Kindheit!) und fordert uns dazu auf, die Welt der Vorstellung zu überspringen, um zum Wesentlichen zu gelangen. Denn die Vorstellung kann nicht alles ein. Ein inneres „Widerstreben“, das sich immer wieder meldet, zeigt an, daß es falsch ist, sich mit diesen Phantomen zu begnügen, die sich zu Phantasmagorien, künstlichen Scheinparadiesen und Blasen auswachsen können.

Schopenhauer macht aus diesem zentralen Gedanken später eine sehr aktuelle Frage: „Ist denn die Welt ein Guckkasten?“ Das bedeutet, in die Sprache des Hauptwerks übersetzt: „Erschöpft sich die Welt darin, Vorstellung, d.h. meine Vorstellung zu sein?“ Die Antwort fällt - wie man sich denken – kann, negativ aus. - Für das Wort „Guckkasten“ könnten wir versuchsweise auch „Bildschirm“ sagen.

anschl. Gespräch

Dr. Thomas Regehly, Offenbach/M., ist ein deutscher Philosoph, Vorsitzender der Internationalen Jakob Böhme Gesellschaft und Archivar der Schopenhauer-Gesellschaft.
(Foto von Hartmut Franke)

LEBEN IN DER BLAUEN STUNDE …. LUIS AUF DER SUCHE NACH..! DEM GLÜCK …

szenisch-literarisches Konzert

Sa. 8. Juni 2019, 20 Uhr

Wolfgang Krause Zwieback (Voice & Body)
Gundolf Nandico (Live & Musik)

Zwieback und Nandico tauchen in eine Welt, die als eine völlig andere als diese unsere erscheint, frei von Gefahren, Orientierungslosigkeit, Verrohung, Regulierungen verschiedener Couleur. Der Übergang vom Tag durch den Abend in die Nacht, der Moment, an dem die Flut zum Stillstand kommt und die Ebbe noch nicht ebbt. Die Farben ziehen sich zurück, das Dreidimensionale wird zweidimensional, in den Gläsern und Leuchtreklamen öffnen sich Räume und Dimensionen - für einen langen Moment scheint die Zeit zu stehen. Ein assoziativer Theaterabend zwiebackscher Form und nandicoscher Musik, an dem alles zur Disposition steht und jeder Zuschauer seine eigene Geschichte erlebt.

LUIS HAT IRGENDWANN SEINE MUTTER VERLASSEN...
DIE SPRACHE DER TIERE GELERNT...
SICH EINE FRAU ANGETRÄUMT...
DIE ER TATSÄCHLICH TRIFFT... UND DOCH VERLASSEN MUSS...
UND ALSO DADURCH ALLES SEHR INTENSIV ERLEBT...
ÜBERHAUPT ANDERS ERLEBT...
DENN IMMERHIN WEISS ER... WENN EIN TRAUM IN ERFÜLLUNG GEHT...
IST ES KEIN TRAUM MEHR.

Wolfgang Krause Zwieback, Leipzig, ist ein Sprachakrobat, der mit seiner ganz eigenen Form sinnlich-surrealer Wortzauberei immer wieder überraschende Denk- und Fühlräume eröffnet.

Schopenhauers Lieblingsbuch

Vortrag

Fr. 14. Juni 20 Uhr

Prof. Dr. Urs App

Was für ein Buch würden Sie in die Verbannung auf eine einsame Insel mitnehmen, wenn es nur ein einziges sein darf ?

Für Schopenhauer gab es gar keinen Zweifel: das Oupnek’hat! Zeit seines Lebens schwärmte der große Philosoph für dieses Werk, das er als das absolut lesenswerteste aller Bücher der Welt und als den „Trost meines Lebens und Sterbens“ bezeichnete. Als junger Mann hatte er diese früheste europäische Übertragung der indischen Upanischaden in der Weimarer Bibliothek entdeckt, während er mit Goethe Experimente zur Farbenlehre machte und von einer eigenen Philosophie träumte. Kurz danach, im Jahre 1815, zog er nach Dresden und studierte dieses Buch intensiv, während er sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung verfasste, wo er es ohne Unterlass zitiert. In seinem Notizheft von 1818 nennt er es vor Kant und Plato als ersten der drei Haupteinflüsse auf seine Philosophie; und noch vierzig Jahre später lag das Lieblingsbuch Schopenhauers ständig offen in seinem Arbeitszimmer an Frankfurts Schöner Aussicht – „bereit für seine tägliche Abendandacht“, wie ein Besucher vor 160 Jahren berichtete.

Was ist das für ein Buch? Was hat es mit dem Taj Mahal zu tun, mit dem indischen Vedanta, dem Buddhismus, der islamischen Mystik? Wie kam es nach Europa? Warum glaubte Schopenhauer, dass es eine orientalische Renaissance auslösen werde, welche die Renaissance des 15. Jahrhunderts in den Schatten stellt? Welche Rolle spielte es in der europäischen Geistesgeschichte, der Orientalistik, der deutschen Romantik, der Schopenhauerschen Philosophie?

anschl. Gespräch

Prof. Dr. Urs App ist ein Schweizer Forscher in den Gebieten der Buddhismuskunde, Geistes- und Ideengeschichte, Philosophie und der Geschichte der Ost-Westbeziehungen, lebt in Paris.

Soundcheckphilosophiemaschine: Leben und Kunst

Theater/Musik

Sa. 14. Juni 2019, 20 Uhr

Rainer Totzke (Philosophie), Kurt Mondaugen (Poetry), Dirk Hessel (Musik)

Philosophie-Poetry-Performance
Im Rahmen seiner Performance-Reihe „Soundcheckphilosophiemaschine“ unternimmt der Leipziger Philosoph und Performer Rainer Totzke (ala Kurt Mondaugen) seit einigen Jahren exzessive Sprecherprobungen an und mit eigenen und fremden philosophischen Texten. Und er erforscht dabei den Zusammenhang von Philosophie, Kunst und Leben – aus Anlass des 200. Jubiläums von „Die Welt als Wille und Vorstellung“ wendet er sich dieses Mal auch der Philosophie Arthur Schopenhauers zu. Dazu wird er musikalisch, und bevorzugt rhythmisch percussiv, unterstützt von Dirk Hessel.

Dr. Rainer Totzke ist Philosoph, Performer und Organisator des Festivals „soundcheck philosophie“ in Leipzig. Weitere Informationen unter: www.sinnstudio.wordpress.com
Dirk Hessel lebt als freier Musiker, Komponist in Dresden. Er ist Initiator der Ausstellung.

Bildersturm in der Philosophie: Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“ als Revolution

Vortrag/Musik

Fr. 21.6. 20 Uhr

Prof. Marie-Michèle Blondin (Montréal)

Livemusik Mit Christian Hostettler (Gitarre)

Das Revolutionäre in Schopenhauers Werk - im damaligen philosophischen Umfeld und das, was bis heute nachwirkt.
Indem Schopenhauer die Fraglichkeit der Existenz, die Leiblichkeit und die Begrenztheit der Vernunft in den Blick nimmt, leitet er die klassischen Themen der Moderne ein. Sein Beitrag zu den existentiellen philosophischen Fragen, wie jene nach der menschlichen Willensfreiheit und den Fundamenten der Moral ist auch noch aus heutiger Sicht – r a d i k a l.
Mit seinem Hauptwerk hat er bereits die wichtigsten Grundvoraussetzungen im Bereich der heutigen Phänomenologie, Psychoanalyse und Biopsychologie gelegt.

anschl. Gespräch

Marie-Michèle Blondin studierte und promovierte Philosophie in Quebec und Paris, derzeit Professorin für Philosophie am Collège Montmorency in Laval (Kanada), Studienaufenthalte zu Schopenhauer und zur Kritischen Theorie in Frankfurt a. M.

Christian Hostettler studierte klassische Gitarre u. a. in Zürich, lebt in Dresden

ZWISCHEN MIR UND MIR. Sehnsüchtige Körper.

Performance/Vortrag/Kunst

Sa. 22.6. 20 Uhr

Dr. Konstanze Caysa, Künstlerphilosophin
Britta Schulze (Livemalerei)
Fluid Project Dance (Tanz)

Metatropie – eine Philosophie des Leibes

Manifest , Tekkno–Painting, Tanz und Skulptur

Ein Experiment im Zwischen von Individuum und Gemeinschaft, von Raum und Zeit.
Auf der Suche nach Form und Sinn im rauschhaften und sehnsuchtsgetriebenen, atemlos ergriffenen Raum, der als Sprach-Raum durchbrochen, als Lebensraum durchlebt, als Tanz-Raum durchtanzt, als Mal-Raum durchmalt wird.
Der Grund, die Basis des Performativen ist das Empraktische*, dessen eine grundlegende Schicht der Rausch ist. Das Empraktische ist das Stiftungsmoment des Performativen. Damit wird gleichzeitig der Paradigmenwechsel vom Performativen, der Inszenierung hin zum rauschhaft Empraktischen thematisiert.

ZWISCHEN MIR UND MIR
ZWISCHEN ICH UND DU
ZWISCHEN MIR ALS WIR
ZWISCHEN MIR ALS MIR SELBST

anschl. Ausstellungs-Finissage
*Empraktisch: wie von allein, wortlos, ohne Nachdenken

Dr. Konstanze Caysa, studierte Philosophie , lebt als Philosophin und Malerin in Leipzig